Bakterieller Feuerbrand im Rems-Murr-Kreis

Viele Obsterzeuger erinnern sich noch an die verheerenden Schäden, die Bakterieller Feuerbrand im Rems-Murr-Kreis vor über zehn Jahren verursacht hat. Im gesamten Landkreis mussten damals hunderte großer und landschaftsprägender Birnbäume gerodet werden. Nach einigen Jahren Pause findet Bakterieller Feuerbrand in diesem Sommer offenbar wieder gute Vermehrungsbedingungen. Um ein Ausmaß wie in der Vergangenheit zu verhindern, werden alle Hausgärtner und Stücklesbesitzer dringend gebeten, ihre Bäume auf einen möglichen Befall hin zu kontrollieren. Bisher sind vor allem Quittensträucher und Birnbäume betroffen.

Vom Feuerbrand befallen werden: Apfel, Birne, Quitte, bei den Obstgehölzen; Weißdorn, Feuerdorn, Rotdorn, alle Cotoneasterarten, Mehlbeere, Eberesche und Zierquitte bei den Ziergehölzen. Steinobstbäume (Zwetschge, Pfirsich oder Kirschen) werden nicht befallen.

Plötzlich welkende Triebe oder Astpartien sind die ersten Anzeichen für einen möglichen Befall. Typisch sind die krückstockartigen Verkrümmungen der Triebspitzen. Die oft erwähnten Schleimtröpfchen sind jedoch nicht immer vorhanden oder sofort sichtbar.

Ein Befall durch die Pilzkrankheit Monilia zeigt äußerlich ähnliche Symptome. Im Unterschied zum Bakteriellen Feuerbrand ist bei der Monilia jedoch der Übergang zwischen gesundem und krankem Holz deutlich abgegrenzt. Um dies festzustellen muss nur die Rinde aufgeschnitten werden. Die Übergangsstelle beim Feuerbrandbefall erscheint fließend, bei der Monilia ist eine deutliche Grenze erkennbar.

Besonders auffallend sind die Neubefälle in der Nähe alter Birnbäume, die bereits vor Jahren infiziert und nur unzureichend ausgeschnitten wurden. Sofern ein wieder erwachter Altbefall oder eine Neuinfektion festgestellt wurden, muss in jedem Fall sofort 25 cm in das gesunde Holz zurückgeschnitten und das Schnittgut umgehend vernichtet werden. Dies erfolgt am besten durch Verbrennen an Ort und Stelle. Um einen Fehlalarm bei der Feuerwehr zu vermeiden, sollte dies jedoch vorsorglich der örtlichen Polizei gemeldet werden. Kleinere Mengen könnten auch über den Hausmüll entsorgt werden. Keinesfalls sollte auf eine mögliche Genesung des Baumes gewartet werden.

Leider zeigt die Erfahrung, dass Birnbäume beim Befall mit Bakteriellem Feuerbrand in der Regel nicht mehr zu retten sind. Sollten sich nach dem ersten Sanierungsversuch erneut Symptome zeigen, muss der Baum leider gerodet werden.

In Zweifelsfall sollte bei erfahrenen Obstbauern in Ort oder beim Geschäftsbereich Landwirtschaft in Backnang Beratung angefordert werden.

Ansprechpartner beim Geschäftsbereich Landwirtschaft zumThema bakterieller Feuerbrand:

Herr Gerstenlauer (07191 / 895 - 4220)

Herr Maier (07191 / 895 - 4230)

Frau Ellwein (07191 / 895 - 4231)

Herr Eder (07191 / 895 - 4228)

Quelle: Landratsamt Waiblingen 

 



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