Rezept Schwäbischer Kartoffelsalat

Kartoffeln werden zu Kartoffelsalat Eine Kunst für sich ist die Zubereitung. Schwäbischer Kartoffelsalat hat eine besondere Konsistenz. Keinesfalls darf schwäbischer Kartoffelsalat so hart sein, wie die meisten Fertigsalate eine Glauben machen wollen.

Eine besondere Eigenart ist, dass ein schwäbischer Kartoffelsalat schmatzen muss. Das bedeutet, dass sich zwischen den festen Kartoffelscheiben noch ein bisschen „Kartoffelschmiere“ befindet. Keine Angst, das hört sich jetzt nur schlimm an. 

Wenn Sie das nachfolgende Rezept befolgen, werden Sie einen Kartoffelsalat zaubern, nachdem sich alle die Finger schlecken werden. 

Und nun mein Geheimrezept „Schwäbischer Kartoffelsalat“ für 4 Personen: 

1kg Salatkartoffeln ( bestens geeignet sind folgende Sorten:
Sieglinde - die Königin unter den Salatkartoffeln, Cilena, Nicola, Selma (mittelfrühe Sorte), Linda und Princess (frühe Sorte) diese Sorten sind festkochend)

Sollten Sie eine Kartoffel erhalten können, die regional typisch und festkochend ist, so sollten Sie dieser den Vorzug gegenüber den genannten Sorten geben.

Kartoffeln aus regionalem Anbau sind in Geschmack und Farbe meist intensiver, als die bundesweit verbreiteten Sorten. 

Anstatt der vorher genannten Sorten, die meist erst später im Frühjahr erhältlich sind, sind auch folgende vorwiegend festkochenden Kartoffelsorten für den schwäbischen Kartoffelsalat geeignet: 
Berber (sehr frühe Sorte), Granola (lagerfähig, bis März/April verwendbar), Quarta (lagerfähig, bis März/April verwendbar) Marabel (frühe Sorte) und Solara (mittelfrühe Sorte).

Für den perfekten schwäbischen Kartoffelsalat sollten Sie in jedem Fall auch 2 bis 3 der vorwiegend festkochenden Kartoffeln verwenden. Dadurch erreichen Sie, dass der Kartoffelsalat etwas an der oben genannten Schmiere gewinnt. Diese ist für ein angenehmes Mundgefühl unerlässlich und schlägt die Mayonnaise der norddeutschen Kartoffelsalatvarianten um Längen. 

Die Kartoffelgröße ist ebenfalls für den schwäbischen Kartoffelsalat sehr wichtig. Zunächst sollten alle Kartoffeln, die Sie verwenden, in etwa die gleiche Größe haben. Viele der älteren schwäbischen Hausfrauen schwören bei der Zubereitung auf kleine Kartoffeln.

Diese sollen einen intensiveren Geschmack haben und „gelber“ sein. Zwar schmeckt schwäbischer Kartoffelsalat mit kleinen Kartoffeln meistens wirklich besser, jedoch ist es ein riesiger Aufwand, 1kg Salatkartoffeln zu schälen, wenn diese sehr klein sind. 

Es empfiehlt sich daher einen Kompromiss für den Alltag einzugehen und mittelgroße Kartoffeln zu verwenden. Ehrengäste dürfen dann auch mal ausnahmsweise in den Genuss eines Kartoffelsalats aus kleinen Kartoffeln kommen. 

Die Kartoffeln werden mit Schale gar gekocht. Notfalls mit einem Zahnstocher den Gargrad testen. Sie brauchen das Kochwasser hierfür nicht salzen.

Nach dem Kochen einfach das Wasser abgießen und die noch heißen Kartoffeln schälen. Damit die Kartoffeln möglichst warm bleiben, diese entweder in ein Handtuch einwickeln und einzeln entnehmen oder aber im Topf belassen und mit einem Deckel die Wärme im Topf halten. Variante 1 ist allerdings effektiver. 

Die Kartoffeln sollten Sie nach dem Schälen einzeln sofort in ca. 3mm dicke Scheiben schneiden. Die Kartoffelscheiben dabei praktischerweise gleich in die Salatschüssel schnipseln. Die Dicke der Kartoffelscheiben sollte möglichst gleich bleiben. 

Nachdem alle Kartoffeln geschält und in Scheiben geschnitten sind, kommt in den schwäbischen Kartoffelsalat eine mittelgroße Zwiebel.

Ein original schwäbischer Kartoffelsalat gelingt natürlich am besten mit der Sorte „Stuttgarter Riese“. Diese Sorte ist sehr verbreitet. Es schmeckt aber auch jede andere gewöhnliche Zwiebelsorte. Nur weißlich sollte das Zwiebelfleisch sein. Rote Zwiebelstückchen stechen optisch zu stark gegenüber den gelblichen Kartoffelscheiben heraus. In jedem Fall darauf achten, dass die Zwiebel fein geschnitten wird. Dadurch schmeckt die Zwiebel erstens besser und zweitens stören größere Stückchen nur im Kartoffelsalat. 

Wenn die Zwiebel sich im Kartoffelsalat befindet, ca. 1 ½ Esslöffel Salz über den Kartoffelsalat geben. 

Als nächstes folgt wieder ein Geheimnis bei der Herstellung eines schwäbischen Kartoffelsalats: die Brühe. Diese wird dem Salat hinzugegeben. Eine kräftige Rinderboullion bringt ordentlich Geschmack an den Kartoffelsalat. Dabei sollte es frische Brühe sein. Zur Not können auch Fertigprodukte verwendet werden (gekörnte Brühe oder Boullion aus dem Glas). Von einer kräftigen Brühe wird ungefähr eine Schöpfkelle zum Salat hinzugegeben. Gekörnte Brühe nach Angaben auf der Packung für ca. ¼ Liter anrühren und hinzugeben. 

Eine winzige Menge Senf kann dem Kartoffelsalat als nächstes zugegeben werden. Diese Variante ist allerdings Geschmackssache. Jedenfalls darf der Senf nicht aus dem Salat herauszuschmecken sein, sonst war es zu viel des Guten. 

Zu der Brühe kommen noch Essig und Öl. Ein Branntweinessig reicht vollkommen aus. Dennoch hebt ein guter Weinessig den Salat geschmacklich natürlich über den Alltagsgenuss hinaus. Als Öl ist ein Rapsöl recht gut geeignet. Es können aber auch Sonnenblumenöl, Maiskeimöl oder Nussöle verwendet werden. In jedem Fall sollte das Öl keinen starken Eigengeschmack, allenfalls nußige Noten aufweisen, letztere unterstreichen das Kartoffelaroma optimal. Die Menge für 1kg Salatkartoffeln sollte ungefähr 2 Esslöffel Essig und 4 Esslöffel Öl entsprechen. Das Verhältnis sollte aber stets Essig:Öl = 1:2 entsprechen. 

Danach den schwäbischen Kartoffelsalat mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen und danach das Ganze vorsichtig durchmischen.

Die Kartoffelscheiben sollten im Großen und Ganzen in einem Stück bleiben und nicht zerbrechen. 

Fertig ist ein schwäbischer Kartoffelsalat, wenn nach dem Mischen, zwischen den festen Kartoffelscheiben, die anfangs erwähnte „Kartoffelschmiere“ dem ganzen eine sämige Struktur verleiht.

Noch etwas frisch geschnittenen Schnittlauch darüber streuen und servieren. Der Schnittlauch rundet das Ganze sowohl optisch als auch geschmacklich noch besser ab. 

Falls von dem Kartoffelsalat etwas übrig bleibt, stellen Sie es einfach abgedeckt in den Kühlschrank und essen es am nächsten Tag heimlich selbst auf. Nach einem Tag schmeckt schwäbischer Kartoffelsalat nämlich am besten.

Rezept schwäbischer Kartoffelsalat in der Kurzübersicht: 

  • 1 kg Salatkartoffeln Sieglinde, Cilena, Nicola, Selma
  • + 3 Kartofflen Berber, Granola, Quarta, Marabel, Solara
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 ½ Esslöffel Salz
  • ca. 1/4 Liter Brühe
  • 2 Esslöffel Essig
  • 4 Esslöffel Öl
  •  (max. 1 Esslöffel mittelscharfer Senf)
  • 1 Bund Schnittlauch 

Eine weitere Variationsmöglichkeit ist das Unterheben einer Salatgurke. Dadurch hält  ein schwäbischer Kartoffelsalat besser die Feuchtigkeit. Die Gurke sollte allerdings vor den Kartoffeln geschält und in Scheiben in die Salatschüssel geschnitten werden. Die nachfolgenden heißen Kartoffeln garen die darunter liegenden Gurken leicht an. Dadurch werden die Gurkenscheiben schneller weich und bleiben nicht als harter Fremdkörper im Kartoffelsalat. 

Und nun viel Spaß beim Zubereiten. Ein original schwäbischer Kartoffelsalat wird auch Sie begeistern.



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